Philosophisches zum Thema
“Vereinfachung”

Der Ruf nach Vereinfachung ist gut gemeint und geht leicht über die Lippen. Aber es kommt auf die Umsetzung an.

von Wolfgang Gommel

Die Literatur ist voll von weisen und philosophischen Gedanken und Vorschlägen zum Thema Vereinfachung. Die allgemein bekannten Begriffe “Simplify your XXX”, wobei XXX beliebig austauschbar ist, oder “KISS” werden bereits für multiple Situationen strapaziert und geradezu missionarisch publiziert. Die zwei folgenden Zitate stehen nur stellvertretend für alle Ungenannten.

Das Leben ist einfach, aber wir bestehen darauf, es kompliziert zu machen.

Konfuzius (551 – 479 v. Chr.)

Mache die Dinge so einfach wie möglich – aber nicht einfacher.

Albert Einstein (1879 – 1955)

Es sollte uns schon zu denken geben, dass es leider viele Menschen in den heutigen Arbeitswelten, aber auch viele Chefs und Führungskräfte nicht schaffen, diese eigentlich einfach klingenden Aspekte praktisch umzusetzen. Stattdessen braucht es viel zu häufig einen handfesten Burn-out, bevor es Manchen gelingt, das Hamsterrad, das sie selbst immer schneller getreten haben, zu verlassen. Es ist auch eine traurige statistische Wahrheit, dass sich der Konsum von Anti-Depressiva in den letzten 10 Jahren vervielfacht hat. In vielen Organisationen wird erst reagiert, wenn massive Einschnitte erforderlich sind. Es muss sicher nicht so weit kommen.

Folgende Aspekte sind Beispiele für pragmatische und aktive Vereinfachungen:

  1. Es ist in Untersuchungen nachgewiesen, dass mit weniger Produkt-/Leistungsvarianten und klarer Positionierung und Nutzendarstellung der Angebote mehr Umsatz und Ergebnis erzielt wird als mit mehr Varianten, die nur kompliziert und unscharf gegenseitig abgegrenzt werden können.
  2. Eine Steigerung der persönlichen Arbeitseffizienz ist gut und durchaus erstrebenswert, aber eine Reduktion der Vielfalt und Kompliziertheit der Arbeitsprozesse schafft primär eine höhere Gesamtleistung der Arbeit.

Ein häufig anzutreffender Aspekt ist auch der Folgende: Die Welt der IT-Innovationen wird von Vielen als Fluch der nicht mehr nachvollziehbaren Beschleunigung und verstärkten Belastung angesehen. Gleichzeitig wollen die Menschen aber das Recht auf die Vielfalt, die eigene Meinung und die persönliche Freiheit. Insofern ist die Pflicht auf die eigene Verantwortung dafür untrennbar damit verbunden.

In einer Analogie zu einer früheren imagebildenden Werbebotschaft der Betonindustrie kann der Spruch angewendet werden:

Software ist wie Beton, es kommt darauf an, was man daraus macht!

Gleichzeitig kann als Leitfaden zur Anwendung von Technologien der Satz herangezogen werden:

Technikeinsatz: So viel wie nötig – aber so wenig wie möglich.

Die Schwierigkeit der Vereinfachung liegt demgemäß in der Umsetzung:

Etwas kompliziert machen kann Jeder, es wirklich einfach zu machen bedarf intensiver Anstrengungen!

Im Zuge der Entstehung der IT-Welt seit ca. 1960 ist tatsächlich festzustellen, dass die detaillierte Organisationsarbeit in den Unternehmen tendenziell von der Übermacht der neuen Technologien – teilweise mehr als sinnvoll – verdrängt wurde. Trotz der unbedingten und unverzichtbaren Vorteile der neuen Technologien muss die Relation zwischen Technologie und Nutzen wieder stärker in den Fokus der Betrachtungen gerückt werden. Ein technologischer Aktionismus löst bisher und auch in Zukunft kein fachliches, technisches und auch kein persönliches Problem.

Diese grundlegenden Erkenntnisse hat sich die IMOS enterprise dynamics GmbH schon immer zu eigen gemacht und vertritt diese sehr bewußt. Die im nebenstehenden Kasten angeführten Literaturhinweise bestätigen auf die eine oder andere Weise eindrucksvoll, dass es effiziente und nachhaltige Alternativen gibt. Jeder möge sich dazu sein eigenes Bild machen.

Sprechen Sie uns an und lassen Sie uns Vorschläge für die pragmatische Umsetzung in Ihrer Organisation machen.

 

Bitte verfassen Sie einen Kommentar

Ihr Kommentar wird vor der Freischaltung von uns geprüft.